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„Demokratie braucht Demokraten“ - Erinnern an Friedrich Ebert in Kahla

Allgemein

.re.: Jan Schönfeld, Dr. Thomas Hartung, Irene Schlotter, Dr. Irina Mohr (FES), Diana Bäse, Prof. Mühlhausen

Zahlreiche Menschen tummelten sich am 15. Juli 1928 in der schmalen Heimbürge-Straße in Kahla. Grund war die Einweihung des Gedenksteins für Friedrich Ebert (1871-1925). Knapp 90 Jahre später trafen sich am 13. Juli auf Einladung der Stadt Kahla und der Friedrich-Ebert-Stiftung am selben Ort Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft, um an dieses Ereignis zu erinnern.

Bürgermeister Jan Schönfeld zeichnete den wechselvollen Weg des Gedenksteins nach: „Unter großem Menschenandrang 1928 eingeweiht, wurde bereits fünf Jahre später das Denkmal durch die NSDAP umgewidmet bevor es nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges dem Kahlaer Ehrenbürger Johann Wilhelm Heimbürge zugeschrieben wurde. Erst 2015 wurde der Gedenkstein wieder Friedrich Ebert gewidmet.“ Dass es bei dem Gedenkstein nicht nur um die Erinnerung an Ebert als Person geht, sondern um das, wofür er in der deutschen Geschichte steht, verdeutlichte Prof. Dr. Walter Mühhausen, Leiter der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Heidelberg. „Ebert hat es nach vier Jahren Krieg, angesichts Millionen toter und verwundeter Menschen, einer am Boden liegenden Wirtschaft und ständigen Angriffen von links und rechts geschafft, die Demokratie zu etablieren. Und das in einhundert Tagen!“ So lange habe das Sondierungsteam nach der letzten Bundestagswahl gebraucht, um festzustellen, dass sie doch nicht miteinander regieren könnten.
„Viele Menschen verlieren im Moment das Vertrauen in die Demokratie als Staatsform,“ drückte Irene Schlotter, SPD-Kreistagsmitglied ihr Befürchtung aus. „Es braucht uns Demokraten, um die Demokratie und ihre Errungenschaften wie Freiheit, Frieden und Solidarität zu schützen.“

Wie schnell die Demokratie nach Eberts Tod 1925 in Deutschland endete, führte Dr. Irina Mohr aus. „Nur fünf Jahre nach der Einweihung des Ebert-Gedenksteins in Kahla kam Hitler an die Macht, wurden Ebert-Straßen umbenannt und Gedenkorte an ihn und sein Wirken geschliffen,“ erklärte die Leiterin des Landesbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Friedrich-Ebert-Stiftung wurde 1933 ebenso verboten wie das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Auf dessen Initiative hin wurde 1928 der Gedenkstein in Kahla errichtet, erklärte die heutige Landesvorsitzende Diana Bäse. „Das Reichsbanner hatte als Schutzorganisation für die junge demokratische Republik deutschlandweit drei Millionen Mitglieder. Auch in Kahla hatte sich unter Alfred Frommelt ein Ortsverein gegründet.“

 
 

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